Risikoanalyse zu den Kriegsfolgen für Unternehmen - wie geht es weiter?

Deutschland ist ein wichtiges Exportland für die Ukrainische Wirtschaft – von Weizen bis Kabelbäumen für die deutsche Automobilindustrie. Mehr als 30.000 Deutsche lebten bis zum Beginn der Krise in der Ukraine, mehr als 400 deutsche Unternehmen waren in der Ukraine aktiv. Der Krieg durch Russland ist ein Game Changer für deutsche Unternehmer – neben den wirtschaftlichen Absatz-Risiken normaler Krisen müssen kriegsbedingte Personen, Standort- und Lieferantenrisiken bewertet werden, und durch passende Maßnahmen die Risiken gesenkt werden.

Nutzung der szenariobasierten Risikoanalyse im Kriegsfall - warum bisherige BCM Konzepte nicht ausreichen

Im klassischen Business Continuity Management wird vom eintreten einzelner Szenarien ausgegangen: Ausfall des Standortes,, Ausfall der Mitarbeiter, Ausfall der Strom- / Medienversorgung etc., für welche es bis zum Normalbetrieb einer Überbrückung bedarf. Der Normalbetrieb z.B. nach einem Mitarbeiterausfall tritt hier in der Regel wieder nach wenigen Tagen ein.

Im Kriegsfall wie in der Ukraine sehen wir komplexe Szenarien: Zerstörung von Standorten in der Ukraine, bei gleichzeitiger Enteignung von Standorten in Russland, Einzug von Mitarbeitern zum Miliärdienst unbekannter Dauer, bis hin zur Gefangennahme oder dem Tod der Mitarbeiter – für die Kontinuitätsplanung bedeutet dies keine Abschätzbarkeit wann der Normalbetrieb wieder hergestellt werden kann. 

Als Unternehmer mit Verantwortung für die Mitarbeiter sowie gesellschaftlicher Verantwortung steht man somit vor einem bisher nicht gekannten komplexen Risiko – dem Kriegsfall in Europa. 

Anhand einer mehrstufigen szenarienbasierten Risikoanalyse lassen sich die Risiken entlang der Kategorien Mitarbeiter, Lieferanten, Standorte und Produkte identifizieren, und je nach Eskalationsfall neu überprüfen.

Durchführung der Risikoanalyse anhand des Frameworks

Um ein schnelles und situationsbezogenes Risikoassessment zu ermöglichen, haben wir für den Kriegsfall ein Standard-Framework aufgesetzt mit den gravierendsten Risiken für Unternehmen. So lässt sich innerhalb weniger Minuten eine Betroffenheitsanalyse durchführen. Das Framework beinhaltet folgende Bausteine:

Das Kurz-Assessment der Mitarbeiterrisiken umfasst personenbezogene Risiken durch Einberufung in der Militärdienst, Verwundung / Invalidität für lokale Mitarbeiter, Ausreiserisiken für Expats, sowie generelle Bedrohungen und Gefährdungen für die Mitarbeiter bis hin zur Erpressung von Geschäftsgeheimnissen.

Analyse von Risiken für die Standorte, von direkten Kriegsfolgen von fehlender Medienversorgung bin hin zu Sabotagen oder  Zerstörung. Weiter werden Gefährdungsszenarien wie die Attraktivität als physisches Angriffsziel oder für Cyberangriffe abgeprüft.

Die Lieferantenrisiken umfassen alle wesentlichen Risiken von Grenzschließungen oder Exportbeschränkungen in Europa bis hin zum Einzug von Gütern für militärische und medizinische Zweckes, Änderung des Rechtsraumes für Lieferanten oder Verstaatlichung der Lieferanten.

Neben den Risiken wie Exportbeschränkungen und Zahlungsausfällen von Kunden werden Ungültigkeiten der Abnahmenverträge durch geränderte Rechtsräume oder Sanktionen bewertet, bis hin zur möglichen Sanktionierung des eigenen Unternehmens.

Neben der Einwertung der Risiken erfolgt auch eine Einschätzung der finanziellen Risiken, über Dashboards können diese grafisch dargestellt werden.

Risikotypen

Verteilung Kriegsfolgerisiken nach Risikotypen

Finanzielle Risiken

Finanzielle Risiken nach Risikotypen in TEUR

Definition von Maßnahmen für die jeweiligen Gefährdungen

Zu allen Muster-Risiken im Framework wurde Maßnahmen definiert um die Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit zu beeinflussen. In Ergänzung zu den Muster-Maßnahmen können jeweils noch eigene Maßnahmen hinzugefügt werden.

Die Maßnahmen zielen primär auf die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes ab, sowie die Abschwächung der körperlichen Risiken der Mitarbeiter (Sicherstellung der körperlichen Unversehrtheit), und dem Schutz der Kernwerte des Unternehmens (Schutz des geistigen Eigentums). So können sich Unternehmen z.B. bereits vorab auf mögliche Exportbeschränkungen Ihrer Güter vorbereiten und somit die Folgen abmildern.

Schematische Darstellung der Maßnahmen zum Risiko der Beschlagnahmung des Standortes im Risikomanagementsystem TopEase:

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